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Armenien: Kultur-  und Bildungspolitik

25.02.2019 - Artikel

Armenien – das als erster Staat der Welt im Jahr 301 das Christentum zur Staatsreligion erhob – sieht sich in erster Linie als europäische Kulturnation. Kultur, Bildung und Glaube spielen im öffentlichen Leben Armeniens eine wichtige Rolle. Der hohe Alphabetisierungsgrad (99,8%) kann als Beleg dafür dienen.

Allerdings fehlen den staatlichen Kultur- und Bildungseinrichtungen Mittel für eine grundlegende Ausstattung und eine angemessene Bezahlung von Lehrern und Professoren. Die Bologna-Reformen und die erforderliche Hochschulmodernisierung sollen mithilfe von EU-Unterstützung beschleunigt vorangebracht werden. Kinder aus Familien mit hinreichendem Einkommen besuchen daher überwiegend private Bildungseinrichtungen, die in aller Regel ein deutlich besseres Bildungsangebot bieten.

Unverändert haben ausländische Stipendien, wie beispielsweise des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), und andere Austausch- und Fördermöglichkeiten im Bildungsbereich eine hohe Anziehungskraft. 2017 wurden im Rahmen des vom DAAD geförderten akademischen Austauschs mit Armenien (Individualstipendien, Gruppenstipendien und andere) insgesamt 345 Personen gefördert, davon 298 Armenier und 47 Deutsche. Laut HRK 40 armenisch-deutsche Hochschulkooperationen. Knapp 1.000 armenische Studierende studierten 2017 in Deutschland. Deutschland auf Platz drei der beliebtesten Zielländer für armenische Studierende nach Russland und Frankreich.

Dem Kulturministerium Armeniens ist es ein besonderes Anliegen, die Regionen außerhalb der Hauptstadt in das kulturelle Geschehen einzubinden. Die Kulturlandschaft wird immer reicher und vielfältiger, sowohl mit Einzelveranstaltungen in der Hauptstadt Eriwan und anderen Städten als auch mit bereits etablierten Musik-, Film- und Theaterfestivals, wie dem Golden Apricot Filmfestival, Highfest Theaterfestival, ReAnimania Animationsfilmfestival und dem Musikfestival 'Renaissance' in Gyumri.

Seit Juni 1992 ist Armenien Mitglied in der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur). Drei Kulturdenkmäler (der Sitz des Katholikos in Etschmiadzin inklusive der Ausgrabungsstätten von Zvartnots, die Klöster von Haghpat und Sanahin und das Kloster von Geghard mit dem oberen Azat-Tal) wurden in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen; vier weitere Stätten stehen auf der Tentativliste der Organisation.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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