Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Beziehungen zu Deutschland

16.11.2017 - Artikel

Stand: März 2018

Politik

Deutschland unterstützt Armenien bei der Annäherung an die EU (im Rahmen der Östlichen Partnerschaft sowie dem umfassenden und erweiterten Partnerschaftsabkommen (CEPA)) und die NATO. Staatspräsident Serzh Sargsyan besuchte im April 2016 Berlin und wurde dabei auch von Bundeskanzlerin Merkel empfangen. Zuletzt nahm Staatspräsident Serzh Sargsyan an der Münchner Sicherheitskonferenz 2018 teil. 

Bundesaußenminister Steinmeier besuchte Armenien vom 29. bis zum 30. Juni 2016 im Rahmen einer Südkaukasus-Reise.

Als Mitglied der Minsk-Gruppe der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) unterstützt Deutschland die Verhandlungsbemühungen der Ko-Vorsitzenden der Minsk-Gruppe im Bergkarabach-Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan und drängt auf Deeskalation und stärkere Kompromissbereitschaft beider Seiten. Deutschland ermutigt Armenien und die Türkei, den 2009 begonnenen und mittlerweile ins Stocken geratenen Annäherungsprozess fortzusetzen. Auf zivilgesellschaftlicher Ebene unterstützt die Bundesrepublik den Prozess durch Förderung von grenzüberschreitenden Versöhnungsprojekten.

Wirtschaft

Deutschland ist für Armenien der wichtigste Handelspartner innerhalb der EU. Weltweit steht Deutschland als Exporteur nach Armenien an dritter Stelle hinter Russland und China. Es steht an fünfter Stelle hinter Russland, Bulgarien, Georgien und Kanada, was den Import armenischer Produkte angeht. In absoluten Zahlen hält sich der bilaterale deutsch-armenische Handel auf niedrigem Niveau: Im Jahr 2017 beliefen sich Armeniens Exporte nach Deutschland auf 112 Mio. Euro. Deutschlands Exporte nach Armenien lagen bei 152 Mio. Euro; dies bedeutet eine geringfügige Abnahme des gegenseitigen Handels um 0,5% gegenüber dem Vorjahr sowie einen deutschen Haandelsbilanzüberscghuß mit Armenien von 40 Mio. Euro. 
Wichtigste deutsche Exportgüter waren Kraftfahrzeuge, Maschinen, Chemikalien und Elektrotechnik, wichtigste Importgüter Eisen, Stahl, Kupfer, Molybdän und andere Metalle sowie Textilien.
Deutschland zählt zu den wichtigen ausländischen Direktinvestoren Armeniens. An den von UNCTAD errechneten gesamten ausländischen Direktinvestitionen von ca. 4,3 Mrd. USD bis Ende 2015 entfielen 6,3% auf Deutschland. Grösster Einzelinvestor aus Deutschland ist die Firma Cronimet Mining AG, die in den Kupfer- und Molybdänabbau in Armenien investiert hat.

Entwicklungszusammenarbeit

In der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit ist Deutschland neben den USA der wichtigste bilaterale Geber für Armenien. Im Rahmen der Regierungsverhandlungen über die Entwicklungszusammenarbeit im November 2016 hat Deutschland bis zu 54 Mio. Euro für bilaterale finanzielle Zusammenarbeit zugesagt. Außerdem wurden neue Mittel für regionale Vorhaben bereitgestellt, an denen Armenien partizipiert. Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit sind dies insgesamt 21 Mio. EUR und für Regionalvorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit bis zu 1 Mio. EUR. 
Seit 2010 erfolgt die staatliche entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit den Ländern des Südkaukasus (Armenien, Aserbaidschan und Georgien) im Rahmen von regionalen Vorhaben der Kaukasus-Initiative der Bundesregierung. Schwerpunkte der Kaukasus-Initiative sind nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Umwelt- und Ressourcenschutzsowie  Gute lokale Regierungsführung und Dezentralisierung.
Die laufenden Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit konzentrieren sich demzufolge auf die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen, die Entwicklung und Reform des Finanzsektors, die Verbesserung der Energieeffizienz, die Förderung erneuerbarer Energien, die nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und Einrichtung von Naturschutzgebieten. Die Entwicklung lokaler Demokratie und Dezentralisierung der Verwaltung, eine effizientere Verwaltung öffentlicher Finanzen sowie die Förderung zivilgesellschaftlicher Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen sind weitere Ziele. Hinzu kommen Projekte zur Modernisierung kommunaler Infrastruktur für Wasser-, Abwasser- und Abfallmanagement. Die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit  unterstützt Armenien außerdem bei der wirtschaftlichen und sozialen Integration von armenischstämmigen Syrischen Flüchtlingen.
Der Schwerpunkt der durch die deutsche Botschaft Eriwan geförderten Kleinstprojekte liegt auf der Unterstützung von Kindergärten, der Förderung der Teilhabe von Behinderten am gesellschaftlichen Leben und Projekten der medizinischen Fortbildung und Rehabilitation.

Kultur und Bildung

Das armenische Volk definiert sich stark über seine alte und geschichtsträchtige Kultur sowie die armenisch-apostolische Kirche. In den bilateralen Beziehungen genießt die Kultur einen entsprechend hohen Stellenwert. Hauptziel der deutschen Kultur- und Bildungspolitik in Armenien ist die Förderung von Deutsch als Fremdsprache, sowohl im Schulbereich als auch an den Universitäten.
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) sind in Armenien mit deutschem Personal vertreten. Es gibt 7 PASCH-Schulen, davon 5 DSD- und 2 FIT-Schulen. Deutsch konkurriert mit Französisch um den Status als 3. Fremdsprache.  Am 16. Dezember 2017 wurde ein Goethezentrum ihn Eriwan eröffnet , welches mit zwei entsandten Kräften, davon einer Expertin für Unterricht, besetzt ist. Das seit 2012 bestehende Sprachlernzentrum/Partner des Goethe-Instituts ist ebenfalls im Gebäude des Goethe-Zentrums untergebracht.
 Es bestehen 29 deutsch-armenische Hochschulkooperationen und insbesondere langjährige Beziehungen mit der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg, wo 1998 auch die MESROP Arbeitsstelle für Armenische Studien eingerichtet wurde.
Die Besuchskontakte im Kulturbereich sind eng. Der armenische Bildungsminister besucht Deutschland regelmäßig. Zwischen Schulen in Sachsen-Anhalt und Armenien besteht ein reger Austausch mit derzeit sieben Schulpartnerschaften. Das Matenadaran Schriftenmuseum (Weltdokumentenerbe der UNESCO) in Eriwan wird durch Deutschland bei Restaurierung und Nutzbarkeit der bis zu 1.300 Jahre alten Schriften unterstützt.
Die politischen Stiftungen Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und die Heinrich-.Boell-Stiftung ) sowie der Deutsche Volkshochschulverband (DVV) und die Deutsche Stiftung für Internationale Rechtliche Zusammenarbeit (IRZ) unterhalten in Eriwan Büros, allerdings ohne entsandtes Personal.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

nach oben